Das Buch

Das Buch der Schimmelreiter ist eine Novelle aus dem Jahr 1888. Es ist in einer altmodischen Sprache geschrieben, und es teilweise schwer verständlich, jedoch gewöhnt man sich nach kurzer Zeit an die umständliche Schreibweise.

Es geht in dem Buch um einen Jungen, welcher beim örtlichen Deichgrafen in Lehre geht, und nach dessen Tod dieses Amt übernimmt. Er hat den Plan, einen neuen Deich zu bauen, was ihm allerdings noch einige Probleme bereiten wird...

Die drei Ebenen

Das Buch ist in drei Ebenen geschrieben. Die erste Ebene ist die des Erzählers. Diese ist der Anfang der Geschichte, in der in Ich-Perspektive berichtet wird, das ihm die Geschichte, über die das Buch handelt, einst von seiner Großmutter erzählt wurde.

Die zweite Ebene ist die des Reiters, und ebenfalls in der Ich-Perspektive geschrieben, sie erzählt von einem Reiter, welcher sich bei einem Unwetter nach draußen wagt, und dabei einer gruseligen Gestalt auf einem Pferd entgegenkommt, dem Schimmelreiter. Sicher in einer Kneipe angekommen, wird ihm dann bei einem heißen Getränk vom Schulmeister die Legende vom Schimmelreiter erzählt. Diese Erzählung ist die dritte Ebene. Darin wird die eigentliche Geschichte erzählt.

Leseeindrücke

Auf den ersten Seiten wird man gleich in die altmodische Sprache hineingeworfen. Der erste Satz zieht sich fast über eine halbe Seite. Das macht nicht wirklich Lust auf mehr Schimmelreiter...

 

Nach ca. 25 Seiten kommt man schon besser mit der alten Sprache klar. Die Geschichte ist auch interessant geschrieben. Mal schauen was auf den nächsten Seiten kommt...

 

Bis Seite 75 zieht sich das  Buch in die Länge. Hätte ich nicht einmal meinen Schlüssel vergessen und somit viel Zeit zum lesen gehabt, hätt' ich das Buch wohl immer noch nicht weitergelesen...

 

Auf den letzten Seiten wird das Buch dann noch einmal spannend,  und man ließt sich ohne langeweile durch den Schluss des Buches durch. Ein gutes Ende!

 

Hier habe ich den neuen Hauke Haien Koog markiert, leider ist der Standort des Alten unbekannt...

Inhaltsangabe

Der Erzähler erfährt von seiner Großmutter, wie einem Reisenden nach einer Begegnung mit einer merkwürdigen Gestalt auf dem Deich in einer Kneipe die Legende des Schimmelreiters erzählt wird.

 

Der junge Hauke Haien findet ein Buch des Mathematikers Euklid. Um das Buch lesen zu können, lernt er Niederländisch. In seiner späteren Lehre beim Deichgrafen übernimmt er dort aufgrund seiner Mathematikkenntnisse viele Aufgaben.

Als der Deichgraf stirbt, wird Hauke als Nachfolger vorgeschlagen. Obwohl er das Erbe seines Vaters hat, reicht sein Vermögen nicht für dieses Amt aus. Er heiratet die Tochter des verstorbenen Deichgrafen, wodurch er deren Vermögen bekommt. Nun kann er Deichgraf werden.

Als Hauke einen neuen Deich bauen lässt, reitet er immer auf einem Schimmel, welchen die Dorfbewohner als vom Teufel besessen bezeichnen.

Später, als Hauke bereits eine Tochter hat und der Deich fertig ist, entdeckt er Fehler beim alten Deich. Er wird aber überzeugt, die nicht aufwendig zu sanieren.

Als dann bei einer Sturmflut der alte Deich bricht, kommen Haukes Frau und ihr gemeinsames Kind ums Leben, woraufhin sich der Deichgraft mitsamt Schimmel in die Fluten stürtzt.

Nacherzählung des Buches:

Der Junge Hauke Haien wächst bei seinem Vater Tede in einem nordfriesischem Dorf auf. Als er eines Tages das Buch eines griechischen Mathematikers findet, ist sein Interesse daran groß. Kurzerhand eignet er sich die holländische Grammatik an, um das in dieser Sprache geschriebene Buch lesen zu können. Gegen den Willen seines Vaters verbringt er viele Stunden damit, das Buch zu verstehen. Häufig sitzt er auch einfach nur auf dem Deich, beobachtet die Wellen und wie sie gegen den Erdwall wirken. Zuhause baut er dann Deichprofile in einer Schüssel nach, und kommt schon nach kurzer Zeit zu dem Schluss: Das Profil der Deiche ist verbesserungswürdig.

Irgendwann ist dann die Zeit für Hauke gekommen, sich um einen Beruf zu kümmern. Nach kurzer Absprache mit seinem Vater nimmt er dann eine Stelle als Kleinknecht beim Deichgrafen Tede Volkerts an. Dieser ist jedoch nicht sehr bemüht, und überlässt Hauke die Rechenaufgaben. Dabei lernt dieser die Tochter des Deichgrafen, Elke, kennen und verliebt sich in sie. Dem Großknecht Ole Peters missfällt es allerdings, wieviel vertrauen Tede Volkerts in den jungen Kleinknecht hat, ebenso wie die Tatsache, das er sich mit Elke gut versteht. Auch dass Hauke mittlerweile im Dorf als eigentlicher Deichgraf gesehen wird, trägt nicht zu der Freundschaft Oles bei.

Später verlässt der Großknecht dann den Deichgrafen, womit Hauke dessen Stelle einnehmen kann. Nach und nach muss er jetzt immer mehr Aufgaben übernehmen, da Tede Volkers alt und schwach geworden ist. Doch auch der alte Tede Haien wird immer schwächer, und so verlässt auch Hauke den Tede Volkers, um sich um seinen Vater zu kümmern. Als dieser dann stirbt, vermachtet er seinen gesamten Besitz an seinen Sohn, in der Absicht, dass dieser irgendwann genug Besitz hat, um Deichgraf werden zu können.

Als Elkes Vater dann stirbt, wird Hauke als neuer Deichgraf vorgeschlagen, jedoch reicht sein Erbe nicht aus. Deshalb verkündet Elke ihre zuvor geheime Verlobung mit ihm und heiratet, wodurch ihr gesamtes Vermögen auf Hauke übertragen wird.

Als dieser dann sein lang ersehntes Ziel erreicht hat, beschließt er nach dem Murren der Dorfbewohner, er sei kein guter Deichgraf, einen neuen Deich zu bauen. Dieses Vorhaben trifft allerdings auf erheblichen Widerstand, da das neue Modell mehr Erde benötigen und viel Zeit kosten wird.

Als er seine Mitbürger aber überzeugen kann, reitet er zum Oberdeichgrafen, um sich eine Erlaubnis einzuholen. Bei seiner Rückkehr bringt er dann einen weißen Schimmel mit. Dieser ist völlig abgemagert und schmutzig, doch Elkes Ehemann überzeugt sie, dass das Pferd nur ein wenig Pflege benötigt. Er weißt seinen Knecht an, das Ross zu pflegen, doch dieser weicht erschrocken zurück. Er habe den Schimmel schon einmal gesehen, nachts im Nebel auf einer Hallig, wo kein Boot rüber fährt. Tagsüber läge dort nur ein Gerippe. Trotzdem bringt er das Pferd in den Stall, doch von da an kümmert sich nur noch der Deichgraf selbst um das Tier.

Um Pfingsten herum wird schließlich mit dem Bau des Deiches begonnen. Die Arbeiten gehen bis in den Winter unter der Aufsicht von Hauke ziemlich ereignislos vonstatten, nur besteht immer stärker der Aberglaube, das der Schimmel, welcher sich mittlerweile prächtig entwickelt hat, wäre vom Teufel besessen. Doch zu dieser Zeit gebärt Elke nach neun Jahren Ehe endlich ein Kind, die kleine Wienke.

Jedoch geht die Geburt nicht vollkommen reibungslos vonstatten. Elke liegt danach tagelang im Fieber. Und Hauke, der in einem Gebet an der Allmächtigkeit des Herren gezweifelt hat, steht nach der Genesung seiner Frau unter Druck. Die Leute im Dorf reden schlecht über ihn. Dies wirkt sich auch auf sein Gemüt aus, er wird verschlossener und geht härter gegen kleine Vergehen seiner Mitbürger vor.

Im Frühling gehen dann die Arbeiten am neuen Deich weiter. In den kalten Wintermonaten zuvor ist einer der Deichgevollmächtigten (Berater und Helfer des Deichgrafen), Jewe Manners, zu welchem Hauke ein gutes Verhältnis hatte, ums Leben gekommen, und nun hat Ole Peters den Posten erhalten. Der Deichgraf unternimmt nun auch mehr mit seiner kleinen Tochter. Häufig lässt er sie mit auf dem Schimmel reiten oder setzt sie auf einen Baum, jedoch zeigt Wienke meistens nur wenig Reaktion.

Mittlerweile ist es November, und es ist kalt und stürmisch. Bei einem Ritt über den Deich sieht Hauke, wie ein winselnder Hund in die letzte Spalte des Deiches geworfen wird, die noch nicht fertig gebaut ist. Sofort reitet Hauke zu den Arbeitern hin und fragt, wer den Hund dort hinein geworfen hat und warum. Keiner der Arbeiter will zugeben dass er es getan hat, doch alle sagen, dass in den Deich was lebendiges mit eingebaut werden muss damit das Bauwerk hält.

Der Deichgraf will jedoch nichts davon wissen und nimmt den Hund für als Spielkameraden Wienke mit.

Ein paar Tage später wird der Deich dann eingeweiht. Bei Flut kann man sehen, wie sich Haukes neue Deichform bezahlt macht. Es werden viele lobende Worte an Hauke gerichtet, auch von hoher Stelle. Das neu gewonnene Land wir von den Leuten Hauke-Haien-Koog genannt. Als Hauke das hört, ist er von Stolz erfüllt.

Kurz darauf zieht die alte Trien Jans im Haushalt des Deichgrafen ein, da sie sich kaum noch selbst versorgen kann und bald sterben wird. Es dauert nicht lange, und Wienke und Trien Jans Freunden sich an. Auch die Lachmöwe Klaus, welche von der alten Frau gezähmt wurde, versteht sich immer besser mit Elkes Tochter. Wienke bekommt nun von der neuen Mitbewohnerin immer wieder gruselige Geschichten über Meeresgeister und ähnliches zu hören, bis sie sich schließlich sogar vor der See fürchtet. Abgesehen davon ist jedoch alles friedlich in Hauke Haus. Mittlerweile haben Elke und ihr Mann bemerkt, dass ihr Kind nicht sehr intelligent ist, jedoch kommen sie darüber hinweg, und lieben ihre Tochter weiterhin innig.

Als jedoch das Neujahr anbricht, bekommt Hauke Fieber. Nachdem er wieder gesund gepflegt wurde, bleibt er jedoch noch matt und schwach. Er hat keinen großen Tatendrang mehr und ist leicht zufrieden. Nach einem Sturm muss er selbst die Deiche inspizieren. Als er beim alten Deich ankommt, ist er geschockt: Der Erdwall ist beschädigt und überall sind Mäuselöcher. Ihm kommt der Gedanke, dass man dem alten Deich die gleiche Form wie dem neuen geben muss, da dieser sonst bei der nächsten großen Sturmflut brechen könnte. In dem Fall wäre das einzige Mittel, den neuen Deich zu durchbrechen und damit das Dorf hinter dem alten zu retten.

Sofort trägt Hauke den Deichgevollmächtigten das Problem vor, diese überzeugen Hauke jedoch davon, dass der alte Deich legentlich repariert werden müsse.

So geht das Jahr vorrüber, und der Deichgraf muss dauernd an den Deich denken. 

Im Oktober zieht dann ein heftiger Sturm auf. Als Hauke die Fenster verriegelt, bemerkt er, dass der Sturm die Richtung gewechselt hat. Das bedeutet, dass es eine Sturmflut gibt! Er befielt seinem Knecht dass dieser deinen Schimmel zäumen soll, und läuft ins Haus. Er sagt seiner Familie, sie soll im Haus bleiben, und reitet zum Deich hinunter. Auf dem Meer sind meterhohe Wellen, und Hauke denkt voller Sorge an seine Familie. An der Stelle zwischen dem neuen und dem alten Deich vermisst er die Arbeiter, welche er dort eingeteilt hatte. Als er sich umsieht, entdeckt er jedoch eine Menschengruppe, die an seinem Deich zu arbeiten scheinen. Sofort reitet er dort hin und fragt, was da gemacht wird. Die Leute sagen, dass sie den Deich einreißen, um den alten zu schützen, auf den Befehl von Ole Peters hin. Entgegen aller Vernunft stoppt Hauke die Arbeiter. Auf einmal sehen alle entgeistert in eine Richtung. Als Hauke sich umdreht, sieht er, was dort los ist: Der alte Deich ist gebrochen! Unverzüglich reitet er zum gebrochenem Deich hin. Er sieht ein, dass es seine Schuld ist das der Deich gebrochen ist, doch dann kommt ihm der Gedanke, es sei nur Ole Peters schuld, welcher ihn davon abgehalten hatte, den kompletten Deich neu zu sanieren.

Da sieht Hauke einen Karren auf den Deich zukommen. Eine Frau, ein Kind und ein Hund. Seine Familie! Und sie reitet geradewegs in die Fluten. Schon sind sie von den Wassermassen erfasst. Verzweifelt spricht Hauke sein letztes Gebet und reitet in die Fluten. Er ist tot.